Multiplikatoren – warum sie so wichtig für kikambalacare sind und weshalb sie sich einsetzen

Gemeinnützige Organisationen haben mit vielen Herausforderungen zu kämpfen. Sie befinden sich in andauernder Konkurrenz zu anderen Hilfsorganisationen und verschiedenen Ereignissen auf dem ganzen Globus. Es gibt unüberschaubare Aspekte, die Einfluss auf die Arbeit und das Auftreten eines Vereins oder einer Stiftung nehmen können. Warum sollte eine Privatperson oder ein Unternehmen für einen bestimmten Zweck spenden und warum für einen anderen nicht? Ist das Schicksal der Menschen in Indien nach einem Erdrutsch schwerwiegender als das der Menschen in Kenia und wie kann eine Organisation eine Bindung zu einem potentiellen Spender aufbauen? Dazu fließen noch globale Ereignisse hinzu wie die Corona-Krise, in der viele Menschen in finanzielle Engpässe geraten sind und weniger spenden wollen. Diese Tatsache ist besonders tragisch, da gerade die Corona-Krise verheerende Auswirkungen auf den afrikanischen Kontinent haben wird. Anders als in Deutschland gibt es keine staatlichen Hilfen, die Schulen sind geschlossen, Restaurants und Bars dürfen nicht öffnen und es gibt Ausgangssperren. Dieser nun schon länger andauernde Zustand wird alle bisher erreichten Fortschritte in Afrika negativ tangieren. Umso wichtiger ist es, Hilfe zu leisten für die Menschen, die in Lehmhütten auf dem Boden schlafen ohne Zugang zu sanitären Anlagen, meist krank und unter extremer Armut leidend. kikambalacare versucht besonders dadurch nachhaltige Hilfe zu leisten, indem wir den Fokus auf qualifizierte Ausbildung legen und Kinder fördern, die die Zukunft des Landes gestalten können. Eine positive Entwicklung in Kikambala kann nur entstehen, wenn gut ausgebildete junge KenianerInnen auf kenianischem Weg Stabilität herbeiführen. 

Dafür sind wir besonders auf Multiplikatoren angewiesen, Menschen, die unsere Sache für gut bewerten und über Mundpropaganda UnterstützerInnen anwerben. In dieser Reihe wollen wir euch solche Multiplikatoren vorstellen, durch deren Einsatz wir mehr UnterstützerInnen gewinnen konnten, dadurch mehr Schulgelder finanzieren konnten und die Welt an dieser Stelle ein klein wenig besser machen konnten. Einer von diesen Menschen ist Maik Frahm, ein alter Bekannter, der sich bereit erklärt hat, ein paar Fragen schriftlich zu beantworten.

Hallo Maik, schön, dass Du Dir die Zeit nimmst. Erzähl uns doch ein wenig über Dich und schildere uns bitte, wie Du auf kikambalacare aufmerksam geworden bist.

Hallo Sarah. Sehr gerne nehme ich mir Dir Zeit für Dich und kikambalacare. Wie Du schon treffend bemerkt hast, ist meine Name Maik. Ich bin 1975 in Kiel geboren worden und kam 1988 nach Münster. Hier habe ich am Ratsgymnasium mein Abitur gemacht und danach an der WWU Betriebswirtschaftslehre studiert. Mittlerweile arbeite ich seit 10 Jahren am UKM. Ich bin verheiratet und habe zwei tolle Jungs. Ich spiele Badminton und gehe weniger als ich mir vornehme joggen. Ansonsten mag ich Musik sowohl live wie vom Band, Wörter, Bücher und Filme. Andere Länder und Kulturen finde ich interessant. 

Warum hat Dich die Arbeit von kikambalacare überzeugt und was findest Du besonders unterstützenswert?

Ein Freund von mir hat mal treffend gesagt: “Mit der Geburt eines Kindes ändert sich nichts. Außer alles.”. Dazu gehört eben auch dass, ich heute einfach nochmal emotional anders auf das Leid von Menschen und insbesondere Kindern reagiere als ich es vor 11 Jahren noch getan habe. So latent habe ich immer schon gedacht, dass ich doch mal das eine oder andere zumindest monetär unterstützen könnte. Ich wusste ja schon lange, dass Du Dich in Kenia engagierst. Mit dem Aufruf, Rebecca zu helfen, habe ich dann gemerkt, dass es das Richtige ist. Ich unterstütze kikambalacare weil ich die Ziele richtig und sinnvoll finde. Chancenlosen Kindern und Jugendlichen helfen, sich selbst helfen zu können, ist der richtige Weg. Man kann ja immer sagen, dass etwas zu Spenden selbstlos ist. Da würde jeder nicken. Ich mache das aber auch – wenn ich ehrlich bin – aus egoistischen Gründen. Ich weiß genau wo das Geld oder Sachspenden hingehen, ich bekomme Bilder und Videos mit Eindrücken und auch mal mit persönlichen Danksagungen aus Kenia. Das sind sehr persönliche Dinge. Das freut mich und macht mich glücklich.

Bist Du schon mal in Afrika gewesen oder hast Du vor, dorthin zu reisen um Dein Patenkind Rebecca zu besuchen?

Wenn man es genau nimmt war ich schon Mal in Afrika. Das muss so ca. 1995 gewesen sein. Ich bin mit einem Freund Last-Second für zwei Wochen auf die Insel Djerba in Tunesien geflogen. 

Natürlich hat mich auch Deine Arbeit und Deine Erzählungen neugierig gemacht auf Kenia. Ich würde wirklich sehr gerne einmal dorthin reisen. Am liebsten auch für eine gewisse Zeit sozusagen in einem privaten Umfeld dort wohnen. So bekommt man sicherlich den authentischsten Eindruck. Gleichwohl habe ich auch Respekt davor. Rebecca oder auch andere Menschen zu treffen, die kikambalacare unterstützt, wäre natürlich toll. Allerdings möchte ich keinesfalls dort irgendwie besonders behandelt werden. Mir ginge es auch überhaupt nicht darum, ein persönliches Dankeschön oder Ähnliches zu bekommen. Das wäre mir eher unangenehm, zumindest wenn es über ein normales Maß hinaus ginge.

Wenn meine Kinder etwas älter sind, würde ich denen gerne auch solche Eindrücke verschaffen. Ich denke, dass auch sie von den Erfahrungen profitieren würden. Es ist eben etwas anderes, wenn man Dinge sieht, hört, schmeckt, riecht…fühlt und nicht nur im TV sieht. 

Siehst Du in irgendeiner Form eine gewisse Verantwortung zu helfen?

Diese Frage muss sich erstmal jede Person selbst stellen. Wie Du ja auch eingangs schon erwähntest, sind die Möglichkeiten vielfältig. Die einen engagieren sich für den Tierschutz, die nächsten arbeiten ehrenamtlich im Kinderhospiz oder auch im örtlichen Sportverein. Alles finde ich gut, richtig und wichtig. 

Es gibt andere, die sagen, dass “jeder seines Glückes Schmied ist” und kümmern sich eher um sich. Ich sage, dass der Spruch nicht stimmt. Wenn Du als Sohn eines Schmiedes geboren wirst, ist es auch leichter für Dich, Schmied zu werden. Wenn Du in Deutschland als weißhäutige Person geboren wurdest und die Nachkriegsjahre auch schon längst vorbei sind, dann bist Du schon Mal deutlich näher am Schmied als viele viele andere Menschen auf der ganzen Welt. Ich hatte auch noch das Glück, gut aufzuwachsen und studieren zu können. Nun habe ich einen Job, der es mir ermöglicht, auch meine Kindern freudig und sorglos aufwachsen sehen zu können. Zumindest insoweit Geld das ermöglichen kann.

Wenn ich dann wie von Dir mitbekomme, wieviel Elend es gibt, welche schlimme Dinge Kindern wiederfahren und wieviel Freude man mit 10€ im Monat oder eine alten Armbanduhr, die schon seit Jahren in der Schublade liegt, spenden kann, dann stellt sich für mich persönlich gar nicht die Frage nach einer Verantwortung. 

Mit Deiner Hilfe unterstützt Du ein kleines Dorf in Kenia – warum Kenia und nicht ein anderes Land?

Ganz einfach, weil ich über Dich einen ganz persönlichen Bezug dazu bekommen habe. Ich kenne einige Gesichter und sogar schon Stimmen, von Menschen, die dort vor Ort helfen oder denen geholfen wird. kikambalacare ist eben kein großer Verein, sondern klein, dafür aber umso persönlicher.

Wie stellst Du Dir das Leben in Kenia vor? 

Vermutlich ist das was man dort als “Mittelschicht”, sofern es sowas gibt, bezeichnen würde, weit vom ALG II-Standard in Deutschland entfernt. Solche Vergleiche anzustellen, ist natürlich immer etwas schief. Vermutlich wird auch das Leben nicht so teuer sein, wie hier. 

Du hast mir ja schon kurz davon berichtet, dass die sanitären Anlagen so leidlich vorhanden sind. Drastisch stelle ich mir vor, dass man sich nicht wirklich auf Polizei und Co verlassen kann. Soviel in Deutschland – sicherlich auch manches mal zu recht – z.B. über die Polizei und die Gerichte geschimpft wird, so froh können wir darüber sein, dass wir sowas haben. Ich stelle mir vor, dass vieles beschwerlich und von Unsicherheit behaftet ist. Ich denke, dass Du keine Chance hast, ein Schmied zu werden, wenn Du z.B. als blindes Mädchen armer Eltern geboren wirst.

Du hast Dich auch mit den 360 Grad-Videos beschäftigt, die wir in Kenia aufgenommen haben und diese per Virtual Reality geschaut. Wie war das für Dich?

Das war super. Es hat mir tatsächlich mehr Eindruck von dem Land verschafft, als es Fotos können. Da ich in einem Krankenhaus arbeite, waren die Bilder aus dem dortigen Krankenhaus natürlich besonders imposant. Wenn ich mir vorstelle, dass es in einigen Jahren das ganze selbstverständlich in Ultra-HD, 8K und so gibt, ist das eine schöne Sache, die Eindrücke zumindest intensiver werden zu lassen. 

Wir sind Dir sehr zu Dank verpflichtet, dass Du Dich so für uns einsetzt. Was sagst Du Menschen, denen Du kikambalacare empfiehlst?

Bisher habe ich immer gesagt, dass alles sehr persönlich ist und das Geld zu 100% dort ankommt, wo es gebraucht wird. Ansonsten sprechen die Bilder, Videos und Beschreibungen von Dir schon genug.

 

Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, ein paar Fragen zu beantworten!

Maik Frahm

 

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